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Dein Kind tut sich in Mathe manchmal schwer? Vor allem verdreht es öfter die zweistelligen Zahlen? Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Zahlen im Kopf deines Kindes Tango tanzen. Dabei drehen sie sich hin und her und am Ende weiß keiner mehr, wo er hingehört.

Hier lernst du, wie du deinem Kind helfen kannst.

Vorab möchte ich dir sagen, dass die Kinder es mit der deutschen Sprache auch wirklich nicht leicht haben! In so vielen anderen Sprachen sind die Zahlbezeichnungen richtig herum aufgebaut. Da heißt es fourtynine (Englisch) oder quarante-neuf (Französisch) oder cuarenta y nueve (Spanisch) oder quaranta­nove (Italienisch) – also immer „vierzigneun“. Aber bei uns heißt es Neunundvierzig – also irgendwie falschrum. Da ist es absolut verständlich, dass manche Kinder durcheinanderkommen.

Dieser Trick ist wenig hilfreich!

Nun haben sich da schon verschiedene Tricks herumgesprochen, wie zum Beispiel einfach erst die 9 hinzuschreiben und dann die 4 links daneben zu platzieren. Das mag in manchen Fällen dazu führen, dass die Zahlen richtig herum aufgeschrieben werden – aber ob dadurch das Dezimalsystem mit seinen Bündelungen und Stellenwerten begriffen wurde, ist fraglich. Außerdem kommt es dann sehr wahrscheinlich zu Schwierigkeiten wenn 3 oder 4-stellige Zahlen geschrieben werden.

Daher rate ich eher dazu, den Kindern eben jene wichtigen Unterschiede zwischen Zehnern und Einern durch hilfreiche handelnde Erfahrungen mit sinnvollem Material begreiflich zu machen.

Was ist sinnvolles Material?

Alles, was deutlich macht, dass ein Zehner aus 10 Einern besteht und mit dem man zweistellige Zahlen als Zehner und Einer legen kann. Mein Lieblingsmaterial dafür sind Steckwürfel, oder auch Zehnerleisten mit Wendeplättchen. Es funktioniert aber auch z.B. mit Streichhölzern, die in Streichholzschachteln zu Zehnern gebündelt werden, oder mit Zahnstochern, die man mit kleinen Gummis zu Zehnern bündelt. Wenig geeignet sind z.B. der Zahlenstrahl oder auch eine durchgehende Rechenkette.

Was sind hilfreiche handelnde Erfahrungen?

Alle Handlungen mit dem Material, die zu tragfähigen Vorstellungen und wichtigen Erkenntnissen führen. Konkretes Beispiel: Ein Kind, das so viele Zehnerstangen aus einzelnen Würfeln zusammensteckt, bis es verstanden hat, dass eine Zehnerstange immer aus 10 einzelnen Würfeln besteht, also ein Zehner immer 10 Einer sind.

Und dann geht es um zwei Erkenntnisse:

  1.  Zweistellige Zahlen setzen sich aus Zehnern und Einern zusammen.
  2. Die Zehner stehen links (werden als erstes aufgeschrieben) die Einer stehen rechts (werden als zweites aufgeschrieben).

Nun geht es darum, dass dein Kind versteht, wie zweistellige Zahlen sich zusammensetzen, nämlich aus Zehnern und Einern. Dafür kann man zunächst einmal z.B. 24 einzelne Würfel nehmen und zählen lassen. Dann bündelt man immer 10 Würfel zu einer Zehnerstange, damit es etwas übersichtlicher wird. Da stellt man schnell fest, es bleiben 4 einzelne übrig. Das trägt man dann in die Stellenwerttafel ein und schon hat man die richtige Zahl aufgeschrieben.

Die Frage lautet also immer:

Wie viele Zehner hat die Zahl und wie viele Einer? Dabei erkläre ich „meinen“ Kindern, dass „zig“ eine lustige Abkürzung für Zehner ist. Wenn die Zahl also Neun-und-vierZIG heißt, dann hört man schon, dass es sich um vier Zehner handelt. So untersuchen wir genauestens die Zahlwörter und finden uns damit ab, dass die Deutschen das eben immer falschrum sagen. Ist nicht weiter schlimm, denn wir denken einfach immer schon in Zehnern und Einern.

Für die 2. Erkenntnis nutzt ihr am besten zu Anfang eine Stellenwerttafel, bei der drübersteht, wo welche Anzahl hingeschrieben werden soll. Also die Zehner links, die Einer rechts. Wer schon weiter ist, kann auch die Hunderter mit dazunehmen.

Hier muss man sich einfach nur merken, dass die „größten“ immer zuerst aufgeschrieben werden. Also der Zehner ist ja mehr als der Einer. Also wird der zuerst aufgeschrieben. Wenn der Hunderter mitspielt, dann ist der ja noch größer als der Zehner, wird also noch vor diesem aufgeschrieben. so wird auch gleich klar, dass eine 1 die ganz links steht mehr ist als eine 1 die ganz rechts steht.

Eine Spielidee…

Eine Spielidee dazu ist, sich kleine Karten mit den Zahlen bis 100 anzufertigen, diese in einen Beutel zu geben und reihum eine Karte zu ziehen. Jeder legt seine Zahl mit Material und spricht dazu: „Meine Zahl besteht aus 4 Zehnern und 9 Einern, ich habe die neunundvierzig.“ Wenn jeder seine Zahl vor sich liegen hat, dann kann man noch vergleichen, wer die größte Zahl hat, wer die kleinste usw.

So kann man auch gut verdeutlichen, dass z.B. 63 nicht das gleiche ist wie 36, obwohl beide mit den gleichen Ziffern geschrieben werden. Oder dass die 30 mehr / größer ist als die 29, obwohl diese eine 9 hat.

Ihr könnt auch die gezogenen Zahlen in einer Tabelle aufschreiben und am Ende sogar zusammenzählen, wenn ihr wollt. So wird auch gleich das Aufschreiben der Zahlen geübt. Addieren kann man die Zahlen entweder im Kopf oder schriftlich oder mit dem Taschenrechner. Vorher könnte man noch Schätzungen abgeben, wer wohl die meisten Punkte haben könnte. Am Ende kann man dann auch noch schauen, wer insgesamt die höchste Zahl gezogen hat, was die höchste Zahl jedes Mitspielers war und wer die niedrigste Zahl hatte usw.

Jede Beschäftigung und Kommunikation im Zusammenhang mit den zweistelligen Zahlen als Zusammensetzung aus Einern und Zehnern unterstützt die Vorstellungskraft. So braucht dein Kind dann irgendwann nicht mehr das Material, um sich die zweistelligen Zahlen vorstellen zu können. Und je besser die Vorstellung dazu ist, desto leichter kann es die Zahlen und ihre Position in der Stellenwerttafel im Kopf sortieren.

Dann ist Schluss mit wildem Tango!

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