Ich will Sport machen, ohne Sport zu machen. Ich tanze gerne, höre gerne Musik und möchte meine Fitness steigern – die perfekte Lösung heißt: Zumba! 

Also melde ich mich hochmotiviert für eine kostenlose Probestunde an, springe in meine Sportklamotten und düse los. Im Tanzsaal angekommen bin ich erleichtert, dass es sich nicht durchweg um superfitte lateinamerikanische Sportskanonen handelt, wie man sie in den stylischen Zumba-Videos so sieht. Hätte mich hier, mitten im brandenburger Dorf auch gewundert. So weit so gut. Ich spekuliere schon, wer von den Damen die Trainerin sein mag, als plötzlich ein athletischer, scheinbar lateinamerikanischer junger Kerl durch die Menge spaziert. Der Trainer! Ich muss innerlich kichern, weil ich mir vorstellen kann, dass einige sich durch die Aussicht 1,5 Std. lang den Trainer im Blickfeld zu haben zusätzlich motiviert fühlen. Aber darum soll es hier nun wirklich nicht gehen.

Vielmehr geht es um das, was als nächstes passiert. Die Musik startet, die Choreografie geht los. Rechts, links, Bein vor, dann wieder zurück, gleichzeitig noch die Arme dazu bewegen und zack, eine Drehung, Bein hoch, Arme zur Seite und alles wieder rückwärts.

Ich bin hochkonzentriert, bemüht und hoffnungslos verloren. Es geht einfach zu schnell. Ich hatte keine Einweisung und kann auch sonst keine lateinamerikanischen Tänze.  Also schaue ich, was die anderen machen und zapple mit einer Verzögerung von 2 Sekunden hinterher. Das geht eine ganze Weile so. Manchmal denke ich: „Ah, jetzt hab ich es, die nächste Wiederholung der Schrittfolge kann ich mitma… Oh Nein!“ Und – zack – schon hat sich die Schrittfolge wieder verändert.

So kommt es, dass ich irgendwann nach einer Stunde keine Lust mehr habe. Ich komme einfach nicht hinterher, finde den Anschluss nicht. Wenn ich denke den Dreh für eine Schrittfolge rauszuhaben, kommt die nächste und ich bin wieder raus. Endlich ist die Stunde zu Ende und ich fahre nach Hause. Auf dem Heimweg lasse ich mir die Zumba-Probestunde nochmal durch den Kopf gehen. Und plötzlich merke ich: Genauso muss es den Schülern gehen, die im Unterricht den Anschluss verloren haben! Schrecklich!

Ging es deinem Kind auch schonmal so? Wie hast du reagiert? Was habt ihr dagegen unternommen? Wie konntest du helfen?

Natürlich weiß ich als Lehrerin & Sonderpädagogin um die psychologischen Effekte bei Lernrückständen und schlechten Noten, um die Notwendigkeit die Kinder dort abzuholen wo sie stehen und die Dringlichkeit Erfolgserlebnisse zu organisieren. Aber es ist einfach nochmal etwas anderes, wenn man es selbst fühlt! Wenn man sich vorkommt wie der letzte Depp, weil man nicht hinbekommt, was alle anderen hinbekommen. Wenn man sich Mühe gibt, aber trotzdem kein Erfolgserlebnis hat.

Kennst du das auch? Wann hast du das letzte Mal dieses Gefühl gehabt? Was hättest du dir in diesem Moment gewünscht?

Ich glaube immer noch, dass Zumba mir richtig Spaß machen könnte! In dieser Stunde hätte ich mir jemanden gewünscht, der mich zur Seite nimmt und mir die wichtigsten Grundschritte zeigt. So hätte ich wenigstens die ein oder andere Choreografie mitmachen können und ein kleines Erfolgserlebnis gehabt. Das hätte mir Energie für die nächsten Schritte gegeben.

Wenn es deinem Kind in der Schule ähnlich geht wie mir beim Zumba, dann hat es dich hoffentlich an seiner Seite! Du kannst dein Kind begleiten und unterstützen! Wenn du dir dafür Infos & Ideen wünschst, schau dich gerne auf www.lern-lust.com um.

Lernbegleitung kann ich deutlich besser als Zumba! 😉

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